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Monrealer Ritterschlag – ein Traumpfad

Eine Wanderung, die den Titel Traumpfad verdient hat, haben wir am 12. Juni 2022 mit dem Monraler Ritterschlag bewandert. Bei herrlichstem Sonnenschein hatten wir einen anstrengenden, aber wirklich unvergesslichen Wandertag.

Die Eifel und die Traumpfade

Die Eifel ist ein wunderbares Wandergebiet. Sie ist landschaftlich sehr vielseitig und von Wald- und Wiesenwegen bis Kraxelei über Schiefergestein ist hier alles dabei. Ein gut ausgeschildertes Wanderwegenetz mit echten Highlights wie die Burg Eltz, Höhlen und Schluchten oder eben historische Örtchen wie Monreal.

Bei den Traumpfaden und -pfädchen ist für jede Kondition und jede Vorliebe etwas dabei.

Unser heutiger Traumpfad ist der Monrealer Ritterschlag – und dieser Name verspricht nicht zu viel.

Monreal

Es ist im Moment gar nicht so einfach nach Monreal zu kommen, denn wegen Bauarbeiten ist die Durchfahrtsstraße gesperrt und wir mussten einige Kilometer Umleitung fahren, bis wir zum Parkplatz am alten Bahnhof gelangten. Aber dann geht’s los. Schon der Zuweg zum Traumpfad ist gut ausgeschildert. Am Elzbach entlang geht’s Richtung Monreal. Bis wir um eine Ecke biegen und schon den ersten WOW!-Moment haben, als die beiden Burgen – links die Philipsburg und rechts die Löwenburg – vorm strahlend blauen Himmel zu sehen sind.

Ein Stückchen weiter dann das nächste WOW! Wir erreichen den historischen Kern des Dorfes. Massive Steinbrücken über den Elzbach, Fachwerkhäuschen – und hier ist „Häuschen“ wirklich der richtige Ausdruck –, die Dorfkirche und natürlich die Burgruinen. Im Gegenlicht haben wir wirklich den Eindruck in einem Märchen gelandet zu sein.

Natur pur

In den ersten 45 Minuten unserer Wanderung haben wir noch keinen Kilometer zurückgelegt, weil wir einfach nur Monreal bestaunt haben. Dann verlassen wir nach einer kleinen Pause das bewohnte Gebiet. Es tut gut unter schattenspendenden Bäumen weiterzugehen, denn die Sonne brennt ganz schön heiß. Schnell erreichen wir eine gewisse Höhe und legen dann auch mehr Strecke zurück. Der Weg ist sehr abwechslungsreich. Mal natürlicher Waldweg, dann wieder am Feldrand entlang, bevor es wieder in den Wald geht.

Pausenaussichten

Immer wieder kleinere Anstiege und das warme Wetter haben uns zu mehreren kleinen Pausen verholfen – schließlich ist es wichtig genug zu trinken. Wir rasten das erste Mal für die Mittagspause an einer Eifelbank. Leider ist sie für vier Personen zu schmal, aber irgendwie geht’s dann doch. Natürlich gibt es auch Aussicht. Wir haben einen fantastischen Weitblick und können weit in die Eifel mit ihren Vulkankegeln schauen.

Eine weitere Pause legen wir am Aussichtspunkt Thürelzer Weitblick ein. Hier gibt es einen Tisch mit Bänken – schön im Schatten. Und natürlich Ausblick. Die Sitzgelegenheit teilen wir mit einer anderen Wandergruppe, die dazukommt und ihr Mittagsbuffet ausbreitet. Wir sind zum Glück schon satt und wandern weiter.

Steil nach oben

Gut gestärkt kann es dann auch wieder steiler werden. Der Waldboden wird steiniger und nach einem kurzen Anstieg geht es dann auch wieder eine ganze Weile bergab. Hier ist höchste Konzentration gefragt, denn durch den gerölligen Untergrund kann es schnell passieren, dass man ins Rutschen kommt.

Immer wieder ist der Weg mit Holzplanken befestigt, die aber teilweise echt hoch für einen Schritt sind. Also, ein bisschen Kletterkunst ist für den Monraler Ritterschlag auch gefragt.

So geht’s bergauf und bergab, immer im schattigen Wald bis wir wieder an einem Feld ankommen. Das Korn schon schön gelb, der Himmel knallblau und die Sonne knallt auch.

Der Aha-Moment

Schiefergestein schaut aus dem Boden oder der Untergrund besteht ganz aus Stein, der Weg schmal und natürlich steil ansteigend. Wir gehen hintereinander so schnell wie eben jeder kann. Und so kommen wir einer nach dem anderen aus dem Wald – links Felsen und vor uns geht es fast senkrecht nach unten. Und der Ausblick: WOW!

Wir schauen auf die Dächer von Monreal und links erscheint die Löwenburg im Sichtfeld. Dieser Anblick ist einfach grandios.

Auf der Ruhebank genießen wir diesen Ausblick eine Weile. Wir können uns kaum sattsehen.

Ein herrlicher Ausblick auf Monreal und die Ruine der Löwenburg.

Die Löwenburg – über dem Dächern von Monreal

Weiter geht’s. Und wer hätte es gedacht? Bergauf. Aber wieder im Wald mit Schatten. Wir kommen an die Ruine der Philipsburg. Dort steht nur noch der Nordwestturm und die Südmauer. Also gehen wir direkt weiter zur Ruine der Löwenburg.

Was hier noch erhalten ist, ist wirklich imposant. Man kann sich gut vorstellen, wie groß die Anlage einmal gewesen ist. Wir schauen uns um und lassen die Atmosphäre auf uns wirken.

Über eine Außentreppe erreicht man den Turm des Bergfrieds. Im Turm ist es schön kühl, aber auch sehr dunkel. Die gewendelte Treppe ist so schmal, dass man an den Seiten fast die Mauern berührt. Wir tasten uns die Treppe nach oben und haben noch einmal einen grandiosen Ausblick auf Monreal und die Umgebung.

Der Abstieg

Die letzte Etappe unserer Wanderung ist wieder eine kleine Herausforderung. Der Weg von der Burg nach Monreal hinunter ist steinig, echt steil und sehr schmal. Wieder gibt es sehr hohe Treppen. Hinter der Kirche angekommen, drehen wir uns noch einmal zur Ruine um. Da oben waren wir gerade noch …

Im Vordergrund Häuser und im Hintergrand der Bergfried der Burgruine Löwenburg vor einem blauen Himmel mit einer weißen Wolke.
Ein Blick zurück auf die Löwenburgruine.

Das war der Monrealer Ritterschlag

Erschöpft von der Wanderung, aber voller imposanter Eindrücke absolvieren wir das letzte Wegstück zum Parkplatz.

Es war ein herrlicher Wandertag: wunderbares Wetter, gute Wege, beeindruckende Aussichten.

Der Monrealer Ritterschlag hat diesen Namen wirklich verdient und ist eine totale Wanderempfehlung.

Von Claudia Jahn

Grafikerin mit Liebe zum Text – zu jeder krativen Schandtat bereit.

2 Antworten auf „Monrealer Ritterschlag – ein Traumpfad“

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